Wo das Durchkommen zählt …IFSS WM 2015 (Langdistanz) / Finnmarkslopet

‚Finishen‘ ist bei Schlittenhunde – Langdistanzrennen, z.B. in Norwegen, bei
den meisten Teilnehmern das Hauptziel. Schaut man sich die lange Liste der
Hundeteams an, die – aus den verschiedensten Gründen – das Rennen aufgeben
müssen, dann leuchtet das schnell ein. Das längste Schlittenhunderennen
Europas – das Finnmarksløpet – war in dieser Saison gleichzeitig auch die
IFSS Weltmeisterschaft auf der Langdistanz.

Fünf deutsche Musher stellten sich dieser Herausforderung.

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IFSS-WM-2015-Heidi-Vogel IFSS-WM-2015-Hendrik-Stachnau IFSS-WM-2015-Michael-Hess2

Auf der über 1.000 km langen Strecke von Alta bis Kirkenes und zurück traten
Bernd Helmich, er wohnt seit Jahren in der Nähe von Alta in Norwegen,
Bernhard Schuchert aus Sassenberg und Hendrik Stachnau aus Hamburg an. 47
Hundeteam starteten auf der Markedsgata mitten in der größten Stadt in der
Finnmark ins längste Abenteuer, das man als Schlittenhundesportler in Europa
erleben kann. Die Ausfallquote lag in dieser Saison bei 42,5 %, 27 Teams
finishten, 20 nicht. Bernd Helmich landete am Ende auf dem 16. Platz,
Bernhard Schuchert finishte auf Platz 18. In der Finnmarksløpet Musher –
Präsentation der Rennens gibt Bernd als Ziel an, mit den Hunden eine gute
Zeit verbringen zu wollen, Bernhard wird zitiert mit: „Wieder finishen.“

Hendrik Stachnau musste mit seinem Alaskan Malamute / Grönlandhund – Team
das Rennen nach 580 km aufgeben. Sein Ziel war die „Herausforderung mit den
Hunden, der Natur und sich selbst.“ so stand es im Musher – Profil. Es war
sein erster Versuch, das 1.000 km – Rennen zu bewältigen. Aber sicher wird
es wieder versuchen.

Auf der 500 km langen Strecke traten in der Kategorie der Siberian Huskys
Michael Hess aus Düren und Heidi Vogel aus Weischlitz an. Michael beendet
das Rennen als Sechster von neun gestarteten reinrassigen Teams, Heidi
musste nach knapp 200 Kilometer die Segel streichen.

Wie hoch ein Finishen auch auf der ‚kurzen‘ Finnmarksløpet Strecke zu
bewerten ist, ergibt sich aus der Ausfallquote von auch 42 % auf der 500
Kilometer – Schleife. Insgesamt traten 78 Teams an, 33 mussten aufgeben.

Jeder, der einmal eines der langen Rennen in Norwegen besucht hat, als
Musher, Doghandler oder auch nur als Begleiter, die unendlich langen
Strecken und die oft widrigen Wetterbedingungen kennt, kann sich vorstellen,
wie wichtig das ‚Durchkommen‘ für die Teilnehmer ist, welches Glücks- und
Zufriedenheitsgefühl es sein muss, die Finish Line in der Markedsgata in
Alta mit seinen Hunden zu überqueren – egal wann. Einer Herausforderung, der
sich immer mehr Musher – nicht nur aus Norwegen – sondern auch immer mehr
internationale Hundeteams immer wieder stellen wollen. Auch aus Deutschland.

Helmut Dietz – Musherzeitung

 

 

By |2015-04-09T12:42:58+00:00April 9th, 2015|Rennberichte|0 Comments