Vorstellung: Skijöring / Pulkaskiing

Liebe Sportsfreundinnen, liebe Sportsfreunde,

an dieser Stelle sollen zukünftig in zwangloser Abfolge verschiedene Beiträge erscheinen rund um das Thema Nordic-Style (Skijöring- und Pulkasport) Artikel zu unterschiedlichen Themen, wie Training/Wettkampf, Ausrüstung, eingesetzte Hunde, Renn- oder Tourensport, Entwicklung und Perspektiven aber gerne auch Anregungen aus Euren Reihen sollen aufgenommen werden.

 

Skijöring / Pulkaskiing

Sprach man in den Anfängen des mitteleuropäischen Schlittenhundesports noch von „Skandinaviern“, wobei ausschließlich mit Pulka und auf der Loipe klassisch gefahren wurde, hat sich im Laufe der Jahre das Skijöring (Hund+SkifahrerInnen in der freien Technik) durchgesetzt. In Skandinavien selbst stark vertreten, aber auch in Mitteleuropa gibt es vereinzelte PulkafahrerInnen, vor allem bei den reinrassigen Gespannen. Begonnen als Beilage der Großgespanne hat sich diese Kategorie bei uns in Deutschland in eigener Dynamik entwickelt, vor allem nach der damaligen Veränderung des Zuchtverbandes (DCNH) zum Sportverband (DSSV) und der damit verbundenen Öffnung für die Zulassung anderer Hunde als den bis dahin nur zugelassenen vier Schlittenhunderassen. In Skandinavien wurde und wird der Pulka-Skijöring-Sport (Nordisk-Stil) überwiegend mit Jagdhunderassen betrieben.

Viele der heutigen Großmusher in Deutschland haben ihre Anfänge bei den Skandinaviern gemacht und waren dabei sehr erfolgreich. Von Detlef Oyen, mehrfacher Deutscher Meister, über Heini Winter, Bernhard Schuchart, Franky Sihler sowie dem unermüdlichen Klaus Engelbrecht bis zu Heinrich Stahl, der sich die Krone eines Pulka-Weltmeisters aufsetzen durfte, sind das alles klangvolle Namen. Was stellt man sich nun unter diesem Sport Genaueres vor?

 

Skijöring

Attachment-1-3Ursprünglich eine reine Trainingsmethode zum Auflockern des harten Trainingsprogramms, hat sich diese Kategorie weitestgehend durchgesetzt. Der/die Sporttreibende sollte mit der Skatingtechnik vertraut sein und sich eine entsprechende technische und konditionelle Grundausstattung aneignen. Zudem braucht er/sie zur zufriedenstellenden bzw. erfolgreichen Ausführung einen selbstbewussten, arbeits- und zugwilligen sowie kommandotreuen Hund. Läufer und Hund sind mit einer ruckgedämpften Zugleine verbunden, der Hund trägt ein entsprechendes Zuggeschirr. In guter Abstimmung im Team Hund/Mensch werden Kommunikation und Kommandos vom Skifahrer von hinten gegeben, ein Überholen oder etwaige Schrittmacherdienste sind nach Reglement verboten.

 

Pulkaskiing

Attachment-1-2Wie oben erwähnt, hat die Pulka (ein wannenförmiger Lastenschlitten) ihre Heimat in Skandinavien. Als ursprüngliches Transportmittel hat sich daraus eine sportliche Kategorie ergeben, die in Skandinavien mit jeder Art zugwilligen Hunden betrieben wird. Die sportlichen Vorausetzungen sind identisch mit denen des Skijöring. Man kann 1-4 Hunde hinter oder nebeneinander einspannen.Gewöhnlich werden die Hunde in eine Zugstange eingeschirrt, die mit der Pulka verbunden ist. Der Skifahrer wiederum ist durch eine ruckgedämpfte Zugleine mit der Pulka verbunden. In der Pulka befindet sich entsprechend dem Gewicht des Hundes ein Zusatzgewicht, das der Hund zieht. (richtet sich nach Reglement)
Da der Hund hierbei ein permanentes Gewicht zieht, bzw. bei hohem Tempo u. Ust. von ihm bergab geschoben werden kann, braucht es, wie beim Skijöring, gute Harmonie und Koordination im Team, Schrittmacherdienste sind auch hier verboten.

Bei internationalen Meisterschaften (EM+WM) erfreut sich die Combined Combination immer mehr Beliebtheit als attraktive Wettkampfart. Hierbei wird nach Massenstart 2x die gleiche Strecke zurückgelegt, einmal mit Pulka und im fliegenden Wechsel noch einmal in Skijöring.

Die Zahl der Sporttreibenden in Skandinavien in den Drag- oder Trekkhundklubbs (Zughundeklubs), mit Pulka oder Skijöring, ist riesengroß. Vor allem Norwegen ist die Wiege des leistungsorientierten Pulka- und Skijöringsports.

Es ist dem Norwegischen Verband gelungen, in den Nationalen Sportverband aufgenommen zu werden, was für die Entwicklung insgesamt viele Vorteile brachte, hinsichtlich Publizität und Medienanerkennung, über sportliche und finanzielle Unterstützung durch den Verband bis zur erfolgreichen Rekrutierung junger Sportler und Sportlerinnen.

So rückt der Traum der Norwegischen Hundesportler nahe, 2016 bei der Jugendolympiade in Lillehammer diesen besonderen Sport zu präsentieren!

 

Werner Schaub

By |2015-02-13T20:21:21+01:00Februar 13th, 2015|Mitglieder informieren|0 Comments