TDM – Trophée des Montagnes 2015 Frankreich

Erfahrungsbericht von Michaela Wüstenhagen und Martin Sattler

 

Hast du nicht vielleicht Lust mich ein paar Tage nach Frankreich zu begleiten, schön Camping und Berge genießen? Dazu noch ein CC-Rennen über 10 Etappen.
Das waren die Worte mit denen mein Abenteuer TDM begannen. Klar dachte ich, warum denn nicht? Urlaub hab ich eh und eine CC-Veranstaltung über mehrere Tage in den Französischen Alpen, das konnte ich mir doch nicht entgehen lassen. „Dann kannst du ja auch ein paar Etappen mitlaufen. Sind immer nur ca 5km pro Etappe“ – Logisch! 5km … die schaffe selbst ich als Nichtläuferin …. Was das hieß konnte ich vor dem Reiseantritt noch nicht erahnen.

Kurz um, am 7. August 2015 ging es los. Gepäck im Wohnwagen verstaut, die Hunde und uns ins Auto verfrachtet und los ging es. Knapp 1000 km von Kassel nach Allemont! Schon die Fahrt von insgesamt 17h hatte es in sich. Entschädigt wurden wir dann jedoch durch das wundervolle Panorama der Gebirgszüge und Täler!

Wir haben unser Basislager auf einem süßen kleinen Campingplatz in Allmont aufgeschlagen. Wir parkten unseren Wohnwagen neben Sebastian und Olga Winkler die uns sofort helfend zur Seite standen. Der Platz entpuppte sich als multinationale Idylle. Fast alle Plätze waren durch Teilnehmer der TDM gebucht. Man kam sofort ins Gespräch, wobei dies durch die Sprachbarriere oft nur unter Zuhilfenahme von Händen und Füßen möglich war. Funktioniert hat es jedoch immer! Die Hilfsbereitschaft untereinander was unbeschreiblich. Egal welches Problem auftauchte; ein zerstörtes Wohnwagenrad, ein widerspenstiges Vorzelt, ein zu tapendes Gelenk, die Navigation zum nächsten Rennort oder die Unterstützung bei der Anmeldung zu einer Etappe …. Egal… immer war jemand zu Stelle und hat einfach geholfen oder kannte jemanden der helfen kann. Einfach Wahnsinn! Man tauschte sich nach den Etappen über die Erfahrungen aus und beratschlagte die Strategien für die nächste. Man litt gemeinsam und feierte gemeinsam Erfolge. Niederlagen gab es keine, denn verlieren konnte hier keiner. Jeder Teilnehmer der eine Etappe antrat war bereits ein Gewinner!

Von Allmont aus fuhren wir mit dem Auto zu den einzelnen Etappen. Die Anreise zu den Starts lag bei bis zu 30km, jedoch waren wir froh dass wir uns für die Variante Basislager entschieden haben! Andere Teilnehmer verlagerten ihren Schlafplatz an die jeweiligen Etappenorte. Für uns war die Juckelei durch die verschlungenen Sträßchen stressfreier als nach jedem Rennen alle 7 Sachen zusammen zu packen und umzuziehen. Wir würden es immer wieder so machen!

Dann ging es los: 1 Tag/ 1 Etappe OZ – Massenstart

Schon bei diesem Ereignis wurde uns bewusst auf was wir uns da eingelassen haben. 250 CC-Teams aufgeteilt in 5 Startblocks die voller Vorfreude laut bellend und heulend am Berg standen und darauf eiferten das es endlich los geht. Ein Wahnsinns Bild!

Martin hat die gesamte TDM gemeldet und war somit ab dem ersten Start dabei. Ich habe die Logistik übernommen. Das hieß für mich: Tasche packen, Proviant vorbereiten, motivieren und an alles denken. Für mich zerstreutes Etwas keine leichte Sache – aber wie heißt es so schön: Man wächst mit seinen Aufgaben.

Dann war es soweit – Start! Ich glaube ich war nervöser als Martin der sich voll und ganz auf den Lauf konzentrierte. Er und Hektor kamen super aus der Startbox und nahmen den ersten Anstieg mit Bravour. Für mich begann nun die Wartezeit bis zum Zieleinlauf … bei Ankunft der ersten Läufer war mir schlagartig klar, … dieser Weg …. wird kein leichter sein ….. und genau so war es!

 

Jede Etappe hatte ihre ganz eigene Herausforderung! Mal waren es 5km bergauf, mal 5km bergab, 11 km als „Marathonstrecke“ und dann gab es noch einen Nachtlauf. Als besonderes Schmankerl waren die letzten 4 Etappen so gelegt das diese innerhalb von 48h zu absolvieren waren! Eine wahre Herausforderung!

Ich selbst bin nur 2 Etappen gelaufen und kann nur sagen, dass ALLEN die alle 10 Etappen durchgezogen haben, egal in welcher Zeit auch immer mein allerhöchster Respekt gilt! Diese Leistung ist durch nichts zu schmälern!

Die Betreuung des Veranstalters während der Etappen war super! Vor und nach jeder Etappe standen Physiotherapeuten und Sanis bereit. Jeder Teilnehmer konnte sich entgeltfrei tapen oder massieren lassen. Getränke und Kuchen wurden an Verpflegungsstationen auf dem Trail und natürlich nach dem Zieleinlauf bereitgestellt. Für die Hunde standen Wasserwannen bereit – Tierärzte waren natürlich auch vor Ort. Einzig die hohe Teilnehmerzahl machte dem Veranstalter zu schaffen, jedoch wurde auch diese bewältigt und es wurde für alles eine Lösung gefunden. Auch die Sprachbarriere bei der Anmeldung wurde immer irgendwie überwunden und mit einer Engelsgeduld wurden alle Fragen geklärt. Das man es nicht immer jedem recht machen kann bei einem solch großen Starterfeld sollte hier natürlich klar sein.

Bei der Siegerehrung waren wir besonders gerührt, da Martin und Hektor einen eigenen Preis für den Sportler mit dem kleinsten Hund bekommen haben! Welch Ehre!

Unser Resume: Eine Herausforderung die es anzunehmen lohnt! In all ihren Fassetten!   – Man stößt an Grenzen und kann sie überschreiten, man trifft wunderbare Menschen die zu Freunden werden, man hat einfach eine wunderbare Zeit! – Wir sind im nächsten Jahr in jedem Fall wieder dabei!

 

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By | 2015-09-17T19:33:18+00:00 September 17th, 2015|Rennberichte, VDSV News|0 Comments