Rückblick auf die EM Snow 2020 in Schweden

Europameisterschaft Snow 2020 Åsarna, Schweden

Nun liegt die Europameisterschaft 2020 auch schon wieder mehr als eine Woche zurück und mittlerweile werden die meisten auch wieder die Heimat erreicht haben. Aufgrund der Wetterbedingungen war es für die meisten leider wohl auch das Saisonende.

Zeit, einen kleinen Rückblick zu geben.

Wie fast in ganz Europa stand auch die Austragung der EM zunächst unter keinem guten Stern. Als Austragungsort geplant war Falun in Schweden, ein renommierter und bekannter Rennort mit einem interessanten Skistadion. Leider machte der Schnee den Winter über einen großen Bogen um Falun. Relativ kurzfristig erklärte sich Åsarna, weiter im Norden gelegen und deutlich schneesicherer als Falun, bereit, die EM auf ihren Pisten und Loipen auszurichten. Åsarna ist bekannt für die Schwedischen Meisterschaften, die dort regelmässig stattfinden.

Das Gelände um die „Gamla Kyrka“ (alte Kirche) von Åsarna, oben auf dem Berg gelegen, ist schon etwas besonderes und ein ganz aussergewöhnlicher Austragungsort für Schlittenhunderennen. Die alte, traumhaft schöne Kirche steht vollkommen frei und allein inmitten der weißen Landschaft, nur von einem alten Friedhof umgeben und gibt eine fast mystische Kulisse ab.

In der Woche der EM war natürlich von Stille nicht allzu viel zu merken, Stake Out sowie Start und Ziel befinden sich direkt neben Kirche und Friedhof.

Das Gelände ist groß und weitläufig, wenngleich auch nicht gerade eben, aber eignet sich gut für ein Event dieser Größe. Die Loipen und Trails sind perfekt präpariert, so wie man es fast nur noch von Skandinavien kennt, was wohl auch vor allem mit den besseren Temperaturen zu tun hat.

Die Veranstalter haben sich in der Kürze der Zeit große Mühe gegeben, für die Starter alles perfekt zu organisieren. Die Toiletten waren beheizt und wurden regelmässig geleehrt, ebenso die Müllcontainer.

Das Deutsche Team war bereits am Dienstag Abend fast vollständig angereist. Tom Brandtner-Bungic hatte als Teamleader jederzeit alles fest im Blick und war Dank seines leuchtenden FXR Anzugs auch immer leicht zu finden.

Am Dienstag und Mittwoch fanden Vet-Check und Besprechungen statt, Mittwoch konnte für zwei Stunden sogar auf der 4-Hunde Strecke trainiert werden. Das wurde natürlich dankend angenommen. Warum sich am folgenden Tag dennoch einige Teams verfahren haben, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.
Mittwoch Abend fand die feierliche Eröffnungsfeier in der festlich geschmückten und erstaunlicherweise gut geheizten alten Kirche statt.

Donnerstag wurde es für die ersten Klassen ernst. Der Boden war hart gefroren und da es zwischenzeitlich wärmere Temperaturen gegeben hatte auch gut vereist.

Als erstes gingen die Skijörer auf die Sprint-Strecke, später die 4-Hundeklasse, Unlimited Sprint und anschliessend MD 6 und MD 12. Leider war mit Annelie Habermann das Deutsche Skijörer Team mehr als dünn besetzt. Annelie hatte die weite Reise für nur einen einzigen Renntag auf sich genommen, das kann gar nicht genügend gewürdigt werden.

Das Deutsche Team fand regelmässig im Start- und Zielbereich zusammen, wer nicht selbst startete half den anderen Sportlern, auch nationenübergreifend. Ein einzigartiger Zusammenhalt und eine fabelhafte Stimmung. Abends traf sich das gesamte Team bei Rudi zum Glühwein, durch den scharfen Wind wurde das aber leider schnell ziemlich ungemütlich.

Der zweite Renntag am Freitag begann mit der 2-Hunde Klasse und dem zweiten Lauf der 4-Hunde Klasse.

Über Nacht waren knapp 10 Zentimeter Neuschnee gefallen, die Trails natürlich trotzdem perfekt präpariert, aber etwas schwerer und langsamer als Donnerstag.

Weiter ging es mit den ersten Starts der 6-Hundeklasse, der 8- Hundeklasse und den zweiten Läufen Unlimited Sprint sowie MD6 und MD12

Der Renntag am Samstag begann mit den Skijöring Master-Klassen, anschließend die zweiten Läufen in SP 6 und SP 8 sowie den finalen Läufen in unlimited Sprint, MD 6 und MD 12 und SP 2. Souverän sicherte sich Rudi Ropertz nach drei guten Läufen erneut den Europameistertitel, Detlef Oyen gewann die Silbermedaille.

Leider konnten Mirjam Seidel-Meyerrose und Angelika Dietrich zum dritten Lauf nicht mehr antreten. Die Hunde kränkelten.

Weiteres Highlight war der Massenstart der 4 Hundeklasse.

Abends war dann Musherabend mit Essen, leider waren da bereits einige Sportler abgereist weil am Montag wieder die Arbeit rief und die Rückfahrt doch recht lange dauert.

Am Sonntag fanden die Pulka-Wettbewerbe sowie die Staffel statt, leider ohne deutsche Beteiligung.

Ernst wurde es für SP 6 und SP 8, wo sich Uwe Radant (SP 6) und Herbert Hiermeier (SP 8)
nach spannenden Aufholjagden jeweils die Bronzemedaille sichern konnten.

Insgesamt war die EM in Åsarna eine rundum gelungene Veranstaltung mit wunderbaren Trails, schönem Wetter und viel Spaß.
Das Deutsche Team bildete eine gut gelaunte Einheit, jeder half jedem und unser Teamleader Tom Brandtner-Bungic machte einen Klasse Job. Danke Tom, immer wieder gerne.

Für die nächsten internationalen Snow Wettbewerbe bleibt nur noch zu wünschen übrig, dass auch unsere Skijörer wieder vermehrt teilnehmen und dass die neu stattfindende Klasse SP2, die ja auch als Einsteigerklasse gedacht ist, regen Zulauf unserer Deutschen Nachwuchsmusher erfährt.

Die Ergebnisse der Deutschen Starter:

SW

Annelie Habermann  Platz 23

SP2

Andrea Wiegand Platz 14

SP4

Karin-Gruber Pestel Platz 12
Catja Bach Platz 13
Marcel Gürnth Platz 15

SP 4 Massenstart

Karin Gruber-Pestel Platz 7

SP 6

Uwe Radant Platz 3
Benedikt Wellmann Platz 9

SP 8

Heinrich Hiermeier Platz 3

SPU

Rudi Ropertz Platz 1
Detlef Oyen Platz 2
Nicole Vogel Platz 5
Jürgen Oberheim Platz 6

MD 12

Karl Habermann Platz 4

Manfred Witschel Platz 8 (leider kam es zu keiner NB Wertung)

Mirjam Seidel-Meyerrose (DNF)

Angelika Dietrich (DNF)

 

  

By |2020-03-03T22:49:06+00:00März 3rd, 2020|Aktuell, Allgemein, IFSS WM/EM, On Snow, Rennberichte, VDSV News, Veranstaltungen|Kommentare deaktiviert für Rückblick auf die EM Snow 2020 in Schweden