IFSS-EM Thetford Forest – eine kleine Nachlese

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IFSS-EM Thetford Forest – eine kleine Nachlese

Von Werner Schaub

Ein weiterer Höhepunkt der Dryland Saison im Schlittenhundesport ist bereits Vergangenheit geworden. Die Europameisterschaft im englischen Norfolk, im Thetford Forest, ist am vergangenen Wochenende über die Bühne gegangen.
Mit 240 Startern hat sich die Elite Europas eingefunden mit besonders umfangreichen und leistunsstarken Manschaften aus Skandinavien und Tschechien. Die deutsche Delegation hat sich aus 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammengesetzt, je zur Hälfte im Gespannbereich bzw. im Canicrossbereich. Mit Ursel Steeb als amtierende Weltmeisterin und Gallionsfigur gingen Sabrina Steinmeyer und Jule Prins bei den Frauen sowie Dirk Lehner bei den Männern in den jeweiligen Bikejöring-Klassen an den Start. Im Canicross nahmen Viola Hummel, Christiane Bernhardt und Nadine Hess den Trail unter ihre Füsse, neben dem einzigen männlichen Starter, Marc Prins.
Bei den Gespannen gaben sich gleich 3 Großgespanne ein Stelldichein, mit Heinrich Stahl, José Martin und Gerhard Baumann eine geballte Ladung an Erfahrung.
Andrea Wiegand ging bei den 4-Hunden an den Start, im Scooter II waren es die Treppchensteiger der diesjährigen DM, Sabrina Steinmeyer, Marcel Gürnth und Werner Schaub.
Ich denke die Ergebnisse sind durch die schnellen Medien hinlänglich bekannt, aber…
Es war fantastisch, was die 14 Aufrechten da im Thetford Forest an den Tag gelegt haben. Wir hatten einen Trail, je 5 km bzw. für die großen Gespanne 6 km lang, der zwar technisch nicht sehr anspruchsvoll war, aber vom ersten bis zum letzten Meter auf Wald- und Wiesenboden von den Hunden Höchstleistung abverlangte. Mit einigen interessanten Kurvenkombinationen erlaubte der Trail einen schönen Rhythmus in das Team zu bekommen.
Die CC und Bikejöring Wettbewerbe waren die ersten und da gab es gleich hervoragende Überraschungen zu verzeichnen. Als schnellste Frau des gesamten Teilnehmerfeldes (mit Kreuzbandriss) holte sich Ursel Steeb den EM Titel bei den Bikejöring-Veteranen, Jule Prins errang einen hervorragenden 2. Platz bei den Elite-Frauen, trotz lanwieriger Schulterverletzung! Etwas bangen musste Dirk Lehner, aber am Ende hatte er sich nach dem zweiten Lauf einen 3. Platz bei den Bikejöring Veteranen mehr als verdient erkämpft. Die junggebliebene Viola Hummel traute sich im Canicoss ins Starterfeld der Elite-Frauen und erlief sich souverän den Podestplatz (Rang 3). Marc Prins machte sich auf und davon und erlief mit der besten Gesamtzeit den EM-Titel bei den Veteranen CC. Nicht zu vergessen sind die guten Leistungen im Feld von Sabrina Steinmeyer (13.) im Bikejöring sowie Nadine Hess (7.) und Christiane Bernhardt (6.) im Canicross.
Somit hätten wir eigentlich zufrieden nach hause fahren können, aber es kam noch besser…
Am Abschlusssonntag setzte sich der mit 71 Jahren junggebliebene Gerhard Baumann mit einem flotten Lauf noch auf das Podest (Rang 3). Von diesem Rang ist Heinrich Stahl durch technische Schwierigkeiten im zweiten Lauf leider abgerutscht, und musste sich am Ende mit dem 7. Rang abfinden, hinter José Martin auf Rang 6.  Ein Überraschungsei gab es zum Abschluss der Siegerehrung, als verkündet wurde, dass Sabrina Steinmeyer in der getrennten Wertung Mann/Frau  in Scooter II die Bronzemedaille errungen hat. Die beiden weiteren Teams belegten mit Rang 9 Werner Schaub und mit Rang 13 Marcel Gürnth.
Mit diesem Ergebnis kann das Team und der VDSV mehr als zufrieden sein!
Bleiben noch die Staffeln zu erwähnen. In Team Germany I gingen mit Marc Prins und Ursel Steeb gleich zwei frischgebackene Europameister an den Start und Jule Prins als Zweite bei den Frauen war auch nicht zu verachten. Hier waren berechtigte Hoffnungen auf einen gutes Abschneiden vorhanden. Team II stellte sich am Ende selber auf, da Dirk Lehner und auch Viola Hummel aus beruflichen Gründen bereits früher die Heimfart antreten mussten. Die schon länger angeschlagene Nadine Hess opferte sich in CC, Werner Schaub mit Scooter und Sabrina Steinmeyer auf dem Bike komplettierten die Mannschaft.
Um die Nervenbelastungen der Hunde aufzufangen, haben wir in Team I die Rollen getauscht und zuerst Jule in CC auf den 3 km langen Trail geschickt, anschließend  Ursel auf den Scooter gestellt und Marc mit dem Fahrrad hinterher. Doch leider ging die Rechnung nicht auf, denn Jule wurde in ein Knäuel von mehreren Hunden verwickelt, stürzte auf ihre verletzte Schulter  und verlor so viel Zeit und Kraft. Dieser Zeit liefen dann die beiden Nachfolgenden hinterher, um am Ende auf dem 11. Rang zu landen. Nicht viel besser erging es Team II, im Versuch dem Hundeknäuel auszuweichen übertrat Nadine ihren bereits verletzten Fuss und konnte nur unter starken Schmerzen den Lauf beenden, damit die anderen noch fahren konnten. Team II hat am Ende die rote Laterne bekommen.
In Betrachtung der erzielten Einzelzeiten hätten wir ohne Weiteres mithalten können.
Was bleib als Resumeé:
Als Teamleader möchte ich hier an dieser Stelle allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern meine Gückwünsche aussprechen. Ich habe den Eindruck gewonnen, auch in den Stellungnahmen nach der EM, dass eine gewisse Euphorie zu verspüren ist, ein Mitdenken bezüglich Vorbereitung, Gemeinsamkeit und Austausch. Lasst sie uns Nutzen, um weiter sportlich voranzukommen.
Das VDSV-Team hat Ausrufezeichen gesetzt, im internationalen Focus finden wir Beachtung. Hier ist es jetzt m.E. Aufgabe der Sportkommission, weiter zu arbeiten in Hinsicht auf die Off-Snow Ereignisse im kommenden Jahr.
Betonen möchte ich die absolut freundschaftliche  und hilfsbereite Atmosphäre im Team! Wir hatten eine gute Zeit miteinander und ich glaube auch viel voneinander profitieren können.
Danken möchte ich an dieser Stelle Birgit Kostbahn, die leider nicht mit nach England fahren konnte, die sich aber im Vorfeld sehr stark für die reibungslose Organisation unseres Teams verdient gemacht hat!
Mein letzter Dank geht an die britische Organisation, die aus dem „Nichts“ eine würdige Europameisterschaft gezaubert hat, allen voran Matt Hammersley mit seinem Team, sowie an die Offiziellen der IFSS, die für einen reibungslosen Ablauf  der Wettbewerbe gesorgt haben.
Persönliche Anmerkung:
Ich habe es bedauert, dass trotz rasant wachsender Zahlen bei unseren Rennen, kein DS I Team nach England mitgefahren ist und die Elite unserer Canicrosser es vorgezogen hat, sich in einem Privatrennen zu treffen, statt sich internationalen Massstäben zu stellen.
Ich habe die freundlichen (freundschaftlichen) Kontakte zwischen den Nationen genossen, trotz sportlicher Auseinandersetzung im Wettkampf.

Und nun warte ich auf Schnee!!!
Werner Schaub

jose marc team_1 ursel

 

By | 2016-11-24T21:12:59+00:00 November 24th, 2016|IFSS WM/EM, Rennberichte|0 Comments

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